Route 1

Route 1 – Auf in den Überwald

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Ausgangspunkt dieser Wanderung ist das Gasthaus Zur Post in der Hauptstraße. Wir gehen nach rechts in die Gräfinthaler Straße bis zur Gaststätte „Bawette Peter“, passieren dann das wohl älteste, um 1800 erstellte Eschringer Wegekreuz und folgen der Straße weiter hinauf. An einem weiteren Wegekreuz, das 1901 errichtet wurde, biegen wir rechts ein und „erklimmen“ im wahrsten Sinne des Wortes den „Griewebersch“ (so im Volksmund benannt nach den „Griewe“, einem Abfallprodukt beim Kalkbrennen, das vom unterhalb gelegenen ehemaligen Kalkofen hier ursprünglich abgelagert wurde). Es geht recht steil hoch über Kopfsteinpflaster. Die meisten Häuser wurden hier erst nach dem 2. Weltkrieg erbaut. Gegen Ende der Gräfinthaler Straße fällt linkerhand ein inzwischen weiß-blau gestaltetes Giebelhaus auf, an dem kurioserweise ein Flachbau „klebt“. Es handelt sich hierbei um das 1925 erbaute „Bachmanns Haus“. Hier wohnte mit seiner Familie, ganz bewusst „weit weg vom Schuss“, der letzte Eschringer Postillion Georg Bachmann, der später als Seiler im ganzen Bliesgau bekannt wurde.

Am Bärentrisch-Brunnen mündet die Gräfinthaler Straße in den Gräfinthaler Weg, der – wie der Name vermuten lässt – zum Kloster Gräfinthal führt und bis heute auch als Wallfahrtsweg genutzt wird. Der Brunnen wurde von Norbert Adt auf Initiative des Vogelschutzbundes (aus dem der Naturschutzbund/NABU hervorgegangen ist) errichtet. Hier befindet sich auch eine Ruhebank mit Infotafeln.

Bärentrisch-Brunnen

Am alten Wasserbehälter (von 1922) vorbei marschieren wir weiter die Höhe hinauf; die Wiesen linkerhand trugen einst den merkwürdigen Flurnamen „Am toten Hund“. Am Waldrand mündet ein Weg links ein, der in den 1970er Jahren erst angelegt worden war. Auf einem kleinen aufgeschütteten Vorsprung wurde 2002/2003 das Eschringer Grenzsteinmonument errichtet (mit zwei translozierten und einem Originalgrenzstein). Hier verläuft bis heute die Grenze zwischen dem Stadtverband Saarbrücken und dem Saarpfalz-Kreis. Bis zum Eintreffen der Französischen Revolution 1792 grenzten hier auch das Fürstentum Nassau-Saarbrücken und die Reichsherrschaft Blieskastel/von der Leyen aneinander.

Blick auf Eschringen (im Hintergrund der Gebberg)

Wir setzen die Wanderung geradeaus fort, nutzen eventuell eine Ruhebank für eine Verschnaufpause (herrlicher Blick auf Eschringen), passieren dann ein rechts in einer Hecke stehendes, alpenländisch gestaltetes Wegekreuz und erreichen schließlich den Umsetzer des Saarländischen Rundfunks (daneben eine weitere Ruhebank).
Hinter der Schranke betreten wir endlich einen leicht(er) ansteigenden Waldweg, der fast parallel zur Gemarkungsgrenze Bliesransbach/Kleinblittersdorf/ Eschringen verläuft. Hier befand sich einst auch die ehemalige Landesgrenze zwischen den Königreichen Bayern und Preußen. Wenn man auf mittlerer Höhe den Waldweg verlässt und nach links an den Waldrand schreitet, kann man noch alte Grenzsteine aus Granit und Sandstein entdecken.

In der Winter- und Vorfrühlingszeit hat man von hier aus auch einen schönen Blick auf Eschringen. Der Waldweg fällt schließlich wieder ab und kreuzt den ehemaligen Fuhrweg nach Bliesransbach; wenige Meter links biegt dann der Weg zur „Lothringer Spitz“ und zum Hartungshof ein. Wir passieren hingegen die Schranke und schauen auf Eschringen, vor allem auf die Schule und den Sportplatz.

Einweihung des Willerbrunnen am 1. Mai 1998

Wir gehen links am ehemaligen, mit markanten Bäumen und Sträuchern zugewachsenen Wasserspeicher vorbei und blicken auf eine Fläche, auf der sich einst eine römische „villa rustica“ befand. Von diesem römischen Bauernhof hat sich nichts mehr erhalten; bisweilen findet man im Frühjahr Scherben großer Flachziegel. Die spektakuläreren Funde sind im Museum für Vor- und Frühgeschichte deponiert. Immerhin erinnert der vom Musikverein „Lyra“ 1998 neu errichtete „Willerbrunnen“ an diesen alten Flurnamen. Auch der Sportplatz des TUS Eschringen liegt teilweise auf dem Gelände des ehemaligen römischen Gutshofes.

Die ehemalige Grundschule

Durchaus imposant wirkt die Fassade des 1952-54 errichteten Schulgebäudes. Das Gelände wird eingerahmt von einem kleinen Biotop und diversen Pflanzenbeeten. Rechts vom Schulhaus (die Schule wurde im Juni 2005 im Rahmen der landesweiten Schulschließungen vom Kultusministerium aufgelöst) war Anfang der 1970er Jahre die Sport- und Kulturhalle errichtet worden, die für sportliche Aktivitäten und Großveranstaltungen genutzt wird.

Es geht nun sehr steil den Bußberg hinunter. Links passieren wir ein weiteres, zurückversetztes Wegekreuz vor dem Anwesen Philippi, rechts den in den 1920er Jahren angelegten Friedhof. Das Bild beherrscht nun eindeutig die zwischen den Jahren 1928 und 1930 erbaute katholische Pfarrkirche St. Laurentius mit ihrem charakteristischen Zwiebelturm.

„Die Bach“

Wir gehen über den Weg und die Treppen am Portal vorbei über eine hübsche Wiese mit Obstbäumen, eine weitere Treppe herunter in die Karl-Leidinger-Straße (benannt nach dem aus Eschringen stammenden, in Chile wirkenden Missionar und Kirchenmusiker). Die ehemalige Überdorfstraße weist noch einige interessante Fassaden von Bauernhäusern auf. Wir gehen schließlich linkerhand einen kleinen Gang hindurch zur „Bach“ – links befindet sich der Festplatz im Pfaffeneck. An der (in den 1930er Jahren begradigten) Bach entlang bis zur Brücke, dann links in die Gräfinthaler Straße, und wir sind wieder beim Gasthaus „Zur Post“.

Länge: ca. 3,5 km
Dauer: ca. 1 Stunde
Höhenlage: 240 – 350 m

Bemerkung: festes Schuhwerk ist – je nach Witterung – sinnvoll, vor allem auf dem Waldweg

NEU! – GPS-Daten:
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