Eschringer Kriegsjahre

01.10.1938 Reichsdeutsche Truppen marschieren im Sudetenland ein.

09.-10.11.1938 Pogrom gegen die Juden in Deutschland („Reichskristallnacht“).

06.12.1938 Deutsch-französische Nichtsangriffserklärung.

23.08.1939 „Hitler-Stalin-Pakt“ (deutsch-sowjetisches Nichtangriffsabkommen).

25.08.1939 Befehl für den Sicherungsaufmarsch West.

26.08.1939 Mobilmachung.

31.08.1939 Räumung der Krankenhäuser und Gefängnisse in der „Roten Zone“.

01.09.1939 Beginn des 2. Weltkriegs mit dem Überfall auf Polen; Abtransport der Mütter und Kinder unter 15 Jahren aus der „Roten Zone“.

03.09.1939 England und Frankreich erklären Deutschland den Krieg; Beginn der Evakuierung der Bevölkerung aus der „Roten Zone“; die Eschringer werden nach Thüringen und Oberfranken verbracht.

Karte

13.09.1939 Angriff französischer Truppen; Artilleriebeschuss der Linie Birnberg – Gebberg – Wickersberg – Höhen ostwärts Ensheim. Weitere Vorstöße durch Spähtrupps in den Folgewochen; das Artilleriefeuer gehört zum Alltag im Herbst 1939, im Winter 1939/40 und auch – teilweise verstärkt – im Frühjahr 1940 (z. B. am 17.4.).

16.10.1939 Die Franzosen räumen das von ihnen besetzte Vorfeld des Westwalls; Evakuierung der Bevölkerung Escheranges nach Marigny-Brizay (Vienne).

23.11.1939 Hitler erklärt den Wehrmachtsbefehlhabern, dass er unter Verletzung der belgischen und holländischen Neutralität Frankreich angreifen werde.

Beschädigte Häuser in der Hauptstraße – Herbst 1939 (v. li.: „Kress‘ Haus, der „Alte Turm“ (Friseurladen), Aufgang zur Kapelle mit später abgeräumtem Steinkreuz)
(Foto: Urheber unbekannt; Sammlung von H. Lauer/Habkirchen)

 

das zerstörte „Kress Haus“ – Herbst 1939 (auf der Straße drei unbekannte Soldaten; ganz links eine Ecke des Gasthauses „Schwarz“/“Geckes“)
(Foto: Urheber unbekannt; Sammlung von H. Lauer/Habkirchen)

10.05.1940 Beginn der deutschen Offensive im Westen

15.05.1940 Kapitulation der niederländischen Truppen.

28.05.1940 Kapitulation der belgischen Truppen.

15.06.1940 Deutscher Einbruch in die Maginotlinie; Escherange, das zwischen den Forts Molvange und Rochonvillers liegt, gerät unter starken Artilleriebeschuss.

22.06.1940 Abschluss eines Waffenstillstandes mit Frankreich.

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Gräber gefallener französischer Soldaten hinter dem Überwald – ca. Oktober 1940 (v. li.: Rudolf Bauer, Josef Seibel, Fridolin Hartz, und zwei vermutlich ortsfremde Männer)

25.06.1940 Inkrafttreten des Waffenstillstandes (1.35 Uhr).

13.07.1940 Die ersten Rückkehrer treffen an der Saar ein.

Pfarrkirche St. Laurentius
Außenansicht der stark beschädigten St. Laurentiuskirche ca. 1940
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Innenansicht der stark beschädigten St. Laurentiuskirche – 1940

Herbst 1940 Ende der Wiederbesiedelung; Beginn der Beseitigung der Gebäudeschäden und sog. „Wiederaufbau“ durch die „Organisation Todt“ (OT) in Eschringen; viele Häuser in Escherange und die Kirche St. Peter sind beschädigt, aber reparabel; im Rahmen der „Germanisierung“ soll dort eine neue „Siedlung“ entstehen; alle Häuser und auch die Kirche werden durch eine deutsche Baufirma („Wilhelm Grote“) abgerissen (von einem Bauernhof abgesehen).

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Baustelle vor der „Simbach“ an der Bliesransbacher Straße – 1941 (Neubau der zu Kriegsbeginn gesprengten Brücke über den Eschringer Bach durch die Organisation „Todt“)

 

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Abriss des Hauses „Jung“ in der Hembach – 1940

22.06.1940 Gegen 3.15 Uhr beginnt ohne Kriegserklärung der deutsche Angriff auf die Sowjetunion.

29. – 30.07.1942 Luftangriff auf Saarbrücken; viele Häuser und Stallungen in Eschringen gehen in Flammen auf.

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Anwesen „Fridolin Marx“ in der Hauptstraße 31. Juli 1942 Brandbombentreffer nach dem Luftangriff auf Saarbrücken (Notabwurf?) (v. li.: Inge Seibel und Lore Schmitt; vor dem Haus ein Angehöriger der Feuerwehr-HJ; im Hintergrund das Haus von Johann Lutsch)

 

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Eschringer (Pflicht-) Feuerwehr bei der Bekämpfung von durch Brandbomben verursachten Flächenbränden – ca. Herbst 1944

28. – 29.08.1942 weiterer Luftangriff auf Saarbrücken; erneute Bombentreffer im Dorf (13 Häuser und die Mühlenstallung).

18.02.1943 Goebbels verkündet im Berliner Sportpalast den „totalen Krieg“.

16.05.1943 Der jüdische Aufstand im Warschauer Ghetto wird durch Polizei und SS niedergeschlagen.

06.06.1944 Beginn der alliierten Invasion in der Normandie.

20.07.1944 Attentat von Oberst Graf Stauffenberg auf Hitler misslingt.

18.10.1944 Hitler erlässt einen Aufruf zur Errichtung des „Volkssturms“.

22.11.1944 Die Amerikaner besetzen Metz.

Dez. 1944: Eine Einheit der 17. SS-Panzergrenadier-Division geht in Eschringen in Stellung.

09.12.1944 Die Mühlengebäude werden erneut schwer getroffen.

10.12.1944 Die Amerikaner nehmen Saargemünd ein; die Front rückt immer näher; die meisten Eschringer begeben sich wieder in die früheren Evakuierungsgebiete.

04. – 12.02.1945 Konferenz von Jalta: Koordinierung der militärischen Operationen; Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen.

16.02.1945 St. Laurentiuskapelle erhält schwere Treffer.

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Gefechts-karte der 7. US-Army

 

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Amerikanisches Panzerabwehrgeschütz 76 mm der 63.Division (822. Panzer-Abwehrbataillon, am 15. März 1945 auf einer Anhöhe südlich von Eschringen mit Blick auf Ensheim) (Foto: U.S. Army)

 

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Angriff des 254. Infanterieregimentes, 63. US-Division, auf Ensheim – 15. März 1945 (im Vordergrund heben US-Soldaten Schützengräben aus; auf der Straße nach Ensheim rollen Panzer; Flugzeuge des 12. Taktischen Luft-Kommandos bombardieren Westwallstellungen auf dem Triebenberg bei Bischmisheim) (Foto: U.S. Army/Privatarchiv Helmut Jung)

 

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Infanterie der 7. US-Armee (254. Infanterieregiment, 63. Division) passieren Panzersprerren in der Bliesransbacherstraße (die Soldaten warten auf das Signal zum Vorrücken aus Ensheim) (Foto: U.S. Army/Privatarchiv Helmut Jung)

15.03.1945 Einnahme Eschringens durch das 254. Infanterieregiment der 7. US-Armee.

09.05.1945 Gesamtkapitulation des Deutschen Reiches tritt in Kraft (0.01 Uhr).

Sommer 1945 Die letzten Eschringer kehren aus den Evakuierungsgebieten zurück.

Bilanz des Krieges:

Eschringen hatte 53 gefallene Soldaten zu beklagen, dazu kamen die Vermissten und Gefangenen. Einige Dorfbewohner starben während der Evakuierung und kehrten nicht mehr in die Heimat zurück. 31 Häuser waren total, 117 schwer beschädigt, nur 12 unversehrt. 32 Häuser fielen dem „Wiederaufbau“ zum Opfer, die meisten „im Ecken“, nur eins im Überdorf baute er neu auf. Hinzu kamen die Verluste an Möbel und Hausgerät, Vieh, Wagen, Ackergerät und anderes.

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