Empfang der französischen Revolutionstruppen

freiheitsbaumDie Umwälzungen in Frankreich seit dem Sturm auf die Pariser Bastille am 14. Juli 1789 wurden auch im Land an der Saar registriert. Gleichwohl blieben die Losungen der Revolution „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ für die Menschen hier vorerst Fremdwörter. Die Eschringer Grundherren versuchten sich entweder den Veränderungen anzupassen, im Falle des Klosters Wadgassen z. B., das Beste aus der schwierigen Lage (drohende Verstaatlichung) zu machen, oder sie ignorierten einfach,was sich im Nachbarland abspielte. Fürst Ludwig von Nassau-Saarbrücken z. B. dachte im Traum nicht daran, seinen aufwendigen Lebensstil zu ändern, geschweige denn, seine Untertanen zu entlasten oder gar die Leibeigenschaft aufzuheben. Doch die Revolution weitete sich mehr und mehr, vor allem nach Osten, aus; erfasste folglich auch bald unsere Gegend. Nach der Kriegserklärung des aufständigen Frankreichs an die Adresse Österreichs und Preußens im April 1792 marschierten alliierte Truppen ein, die aber bei der berühmten Kanonade bei Valmy (Marne) am 20. September 1792 von der revolutionären Armee zurückgeschlagen wurden. Nun drangen die Franzosen in deutsche Lande vor, und der verängstigte Fürst Ludwig versuchte sich mit den neuen Mächtigen zu arrangieren. Am 21. Januar 1793 erließ er ein Generaldekret, das u. a. die Leibeigenschaft aufhob und die Frongelder um die Hälfte herabsetzte. Doch die Zeit des Wechsels war endgültig gekommen. Und die einfachen Menschen wussten, wem sie dies zu verdanken hatten. In vielen Dörfern, so auch in Eschringen, wurden Freiheitsbäume errichtet und Freudentänze über die gewonnene Freiheit aufgeführt. Sowohl Fürst Ludwig (mit seiner Frau, Katharina Fest, dem „Gänsegretel aus Fechingen“) als auch die Reichsgräfin Marianne von der Leyen mussten fliehen. Die Franzosen erklärten die Grafschaft Saarbrücken zu französischem Staatsgebiet. Und da Eschringen nach Auffassung der Saarbrücker Räte unter der Hoheit Nassau-Saarbrückens gestanden hatte, gelangte auch unser Dorf zur französischen Republik. Damit war die feudalistische Vierherrschaft in Eschringen beendet.

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