Route 6

Route 6 – Auf zu den „Preußen“: einmal Fechingen und zurück

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Wir beginnen unsere große Rundwanderung vom Gasthaus „Zur neuen Simbach“ in der Andreas-Kremp-Str. 5 aus. Hier bestehen Park- und natürlich auch Einkehrmöglichkeiten. Von der Bachbrücke aus gehen wir zur Einmündung in die Hauptstraße, biegen an der Bäckerei Schwartz nach links Richtung Ortsausgang. Wir passieren nach ca. 100 m den „Eschringer Hof, der Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet wurde und der Saarbrücker Brauerfamilie Bruch als Hofgut diente. Gustav Daniel Bruch, der politisch liberal eingestellt und ein Anhänger der Freiheitsbewegung von 1848 war, nutzte die Tatsache, dass sich der Hof im Königreich Bayern befand, als Rückzugsstätte vor Nachstellungen der preußischen Obrigkeit.

Keine 200 m weiter auf der rechten Seite befindet sich das ehemalige Straßenbahndepot; es diente von 1913 bis 1965 als Reparaturwerkstatt und Ab- und Unterstellgebäude für die hier im Einsatz befindlichen Straßenbahnen. Irritieren dürfte den Wanderer der Name der davor gelegenen Bushaltestelle „Am Höllweg“. Einen öffentlichen Weg gibt es nämlich längst nicht mehr. Der Flurname weist lediglich daraufhin, dass von hier aus einst ein Weg zur Eschringer Richtstätte (siehe Flur „An der Galgenhecke“) führte.

Blick auf den Leitzenbruch

Hinter dem Depot gehen wir rechts die leicht ansteigende Straße „Am Erlenhain“ aufwärts. Sie führt geradewegs zum alten Weg nach Fechingen, der bis zum Bau der Landstraße L 107 als einzige Verbindung zum Nachbardorf diente. Nach dem wir die letzten Häuser passieren, sehen wir zur Linken das kleine (sagenumwobene) Waldstück „Am Schöpfchen“, zur rechten den Vierherrenwald. Dieses über die Jahrhunderte hinweg stetig verkleinerte Waldgebiet gehörte anteilmäßig den vier Grundherren, während der Napoleonischen Zeit dem Kaiser („forêt imperial“). Am letzten Eck des Waldes stand nicht nur ein inzwischen verschwundener Landesgrenzstein, sondern im 19. Jahrhundert auch eine bayerische Zollstation, von der allerdings keine Spuren mehr übriggeblieben sind.

Wir gehen den Höhenweg zwischen den Äckern und Wiesen weiter, blicken rechts zum Gebberg hoch, der einst den Fechingern als Hochgericht diente (früher hieß er „Scharberg“), wegen des Abbaus von Gips aber dann nach und nach einen neuen Namen erhielt. Bald taucht auch das alte Kopfsteinpflaster auf, und es geht langsam bergab nach Fechingen. An der Einmündung in die Provinzialstraße können wir uns entscheiden, ob wir noch einen kleinen Umweg über die Fechinger „Alte-Kelter-Straße“ nehmen oder gleich scharf links, am Häuschen des Fechinger Obst- und Gartenbauvereins die Rückkehr nach Eschringen antreten.

Die Fechinger Kronenmühle

Auf alle Fälle passieren wir bald die alte „Kronenmühle“ (benannt nach dem Müller Ludwig Kron, der 1796 die „ober Fechinger Mühle“ erworben hatte) und erreichen nach wenigen hundert Metern das kombinierte Hallen- und Freibad, an das sich das Ausflugslokal des Fechinger Schützenvereins Falke e. V. anschließt. Von hier führt ein Feldwirtschaftsweg zurück nach Eschringen. Das Tal des Fechinger Baches (bzw. Saarbachs) öffnet sich nun und man blickt wieder auf die typische Hügellandschaft des Bliesgaus. An der alten Flur „Friedrichingen“ vorbei erreichen wir bald Wiesen und Hecken, an denen sich vor Jahrhunderten ein Dorf namens „Benningen“ befunden haben soll. Eine Ruhebank mit einem Hinweisschild verweist auf diese mittelalterliche Wüstung und die dort angesiedelte Sage.

Ruhebank an der Wüstung „Benningen“

Wir nähern uns nun der alten bayerisch-preußischen Grenze, passieren zuvor den Leitzenbruch, einen kleinen Zulauf zum Saarbach, der von nun an Eschringer Bach genannt werden darf. Vom Landesgrenzstein von 1842 (ehemalige Gemarkungsgrenze zum Nachbardorf Fechingen, die von 1816 bis 1918 auch als Territorialgrenze zwischen dem Königreich Bayern und dem Königreich Preußen fungierte) an befinden wir uns wieder auf altem Eschringer Bann, erblicken schon bald den charakteristischen Zwiebelturm der St. Laurentiuskirche. Von „der Dumpf“ aus biegen wir, an einem etwas versteckt liegenden Wegekreuz vor dem Anwesen Philippi, nach links in die Andreas-Kremp-Straße, passieren das Gefallenendenkmal (1963 erbaut) und den städtischen Kindergarten an der Ecke zur Karl-Leidinger-Straße. Dieses Gebäude war 1903 als (zweites) Schulhaus errichtet worden und fungierte in der Zeit, als Eschringen selbständige Gemeinde war, als Rathaus. Von hier aus sind es nur noch wenige Meter zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung, dem Gasthaus „Zur neuen Simbach“.

Länge: ca. 6,5 km
Dauer: 2 – 2½ Stunden
Höhenlage: 270-300 m

NEU! – GPS-Daten: Route 6