{"id":399,"date":"2017-02-11T17:48:13","date_gmt":"2017-02-11T16:48:13","guid":{"rendered":"http:\/\/eschringen.de\/wordpress\/?page_id=399"},"modified":"2022-08-20T11:36:26","modified_gmt":"2022-08-20T09:36:26","slug":"zeittafel","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/eschringen.de\/wordpress\/geschichte\/zeittafel\/","title":{"rendered":"Zeittafel"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Chronik von Heinrich Moog<\/h5>\n\n\n\n<p>Der Saarbr\u00fccker Stadtteil Eschringen z\u00e4hlt zu den \u00e4ltesten Siedlungen des Saarlandes. Der von dem fr\u00e4nkischen Edlen Askarich abgeleitete lngen-Name, die fr\u00e4nkischen Reihengr\u00e4ber auf dem Schneidersberg und \u00fcber dem Ponsbachtal (6.\/7.Jh.), sowie seine fr\u00fche urkundliche Ersterw\u00e4hnung weisen hin auf die Gr\u00fcndung in der fr\u00e4nkischen Landnahmezeit zwischen <span style=\"color: #990000;\">460<\/span> und <span style=\"color: #990000;\">480<\/span> n.C.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahre <span style=\"color: #990000;\">893<\/span> \u00fcbertrug Bischof Ruodbert von Metz seiner Priestergemeinschaft St. Terentius bei Ottweiler zur Nutznie\u00dfung drei Lose Herreng\u00fcter (100 Morgen) &#8222;in villa erkirichingos&#8220;. Ein Nachfahre des Askarich hatte das Land dem Metzer Bistum bzw. der Priestergemeinschaft St. Arnual geschenkt oder vererbt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei dieser Lose fielen gegen Ende des 10. Jh. bei der Aufl\u00f6sung von St. Terentius an das Stift St. Arnual zur\u00fcck. Von diesem wurden sie im 16. Jh. der Kirche St. Johann \u00fcbertragen. Bis zum Jahre 1793 erscheinen sie in den Urkunden als &#8222;St. Johanner G\u00fcter&#8220;. Das dritte Los hatte ein Vorfahr des ersten Saarbr\u00fccker Grafenhauses vom Bistum erhalten. Ditmar, ein Verwandter des Grafen Friedrich von Saarbr\u00fccken, schenkte es der <a href=\"http:\/\/www.wadegotia.info\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pr\u00e4monstratenserabtei Wadgassen<\/a> i.J. <span style=\"color: #990000;\">1152<\/span>. Diese kaufte i.J. 1313 von Gerhard von Eschringen weitere G\u00fcter hinzu, verwaltete sie mit ihrem Ensheimer Besitz zusammen und blieb bis zum Jahre 1793 Grundherr zu Eschringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon im 13. Jh. begegnen wir in Ritter Heinrich Rufus, seinem Bruder Friedrich, einem Pr\u00e4monstratenser in Wadgassen, und seinen T\u00f6chtern ldo und Liza dem ortsans\u00e4ssigen Eschringer Grundadel. Ihm hatten Dorf und Bann geh\u00f6rt. Um 1300 verlie\u00dfen die Adeligen ihre Heimat, um auf den Burgen zu Saarbr\u00fccken, Blieskastel und Siersberg als Ritter zu dienen. Sie vererbten und verkauften ihre Eschringer G\u00fcter und Rechte. Im Dorf blieben nur noch h\u00f6rige Bauern zur\u00fcck. Namen von diesen erfahren wir erstmals i.J. <span style=\"color: #990000;\">1291<\/span>, in dem auch Kapelle und Eschringer M\u00fchle genannt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Stift St. Arnual und der Abtei Wadgassen wurden auch die Deutschordenskommende &#8222;vor&#8220; Saarbr\u00fccken (1291) und das Wilhelmitenkloster Gr\u00e4finthal Grundherren zu Eschringen. Die Rechte als Gemeinde-, Bann- und Hochgerichtsherren erwarben der Deutsche Orden zu 1\/4 (1291), Gr\u00e4finthal ebenfalls zu 1\/4 (1515 und 1666), Nassau-Saarbr\u00fccken zu 3\/8 (1552 u. 1571) und die Grafen von der Leyen zu 1\/8 (1666). Zusammen bildeten sie die &#8222;Vierherrschaft Eschringen&#8220; mit dem Eschringer Bann als Territorium. Der von ihnen aus den Gemeindeleuten bestellte Vierherrenmeier hatte einzuziehen. Zusammen mit vier Sch\u00f6ffen bildete er das Dorfgericht. Einmal im Jahr, nach dem Fest des Gemeindepatrons Laurentius, kamen die vier Herren oder deren Vertreter zum &#8222;Jahrgeding&#8220; nach Eschringen, um Hochgericht zu halten.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend des 30-j\u00e4hrigen Krieges wurde der Ort i.J. <span style=\"color: #990000;\">1635<\/span> mehrmals gepl\u00fcndert, niedergebrannt und entv\u00f6lkert. Nur wenige Bewohner konnten nach dem Westf\u00e4lischen Frieden (1648) in ihre Heimat zur\u00fcckkehren. Fast 100 Jahre dauerte es, bis die 20 H\u00f6fe der Jahre vor dem Krieg wieder aufgebaut und die fr\u00fchere Bev\u00f6lkerungszahl erreicht waren.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Reunionszeit (<span style=\"color: #990000;\">1680-1697<\/span>) kam auch das Vierherrendorf Eschringen an Frankreich. Der Deutsche Orden durfte seine Rechte nicht aus\u00fcben.<\/p>\n\n\n\n<p>Im 18. Jh. beanspruchte die Grafschaft Saarbr\u00fccken die Landeshoheit \u00fcber Eschringen. Sie wurde von den \u00fcbrigen Mitherren jedoch nie anerkannt. Die franz\u00f6sischen Revolutionstruppen setzten i.J. <span style=\"color: #990000;\">1793<\/span> der &#8222;Vierherrschaft Eschringen&#8220; ein Ende.<\/p>\n\n\n\n<p>Von <span style=\"color: #990000;\">1798 <\/span>bis <span style=\"color: #990000;\">1814<\/span> geh\u00f6rte das Dorf ein zweites Mal zu Frankreich. Durch eine franz\u00f6sische Verwaltungsreform verlor Eschringen seine Selbst\u00e4ndigkeit. Es wurde der Meierei Ensheim zugeteilt (1800). 1804 musste der Eschringer Kapellenfriedhof durch napoleonische Verordnung geschlossen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach den Befreiungskriegen kam Eschringen i.J.<span style=\"color: #990000;\"> 1816<\/span> mit dem Kanton Blieskastel und der Pfalz zu Bayern und zwar zum Landkommissariat Zweibr\u00fccken, kirchlich zum Bistum Speyer. <span style=\"color: #990000;\">1836<\/span> erhielt das Dorf das erste eigene Schulhaus. Im Jahre <span style=\"color: #990000;\">1871<\/span>, nach dem Deutsch-Franz\u00f6sischen Krieg z\u00e4hlte der Ort 393 Einwohner. Die meisten Bauerns\u00f6hne verdienten nun ihren Lebensunterhalt als Industriearbeiter. Von der Landwirtschaft allein lebten nur noch wenige Bauern. <span style=\"color: #990000;\">1898<\/span> erhielt Eschringen das zweite Schulhaus, heute Kindergarten. <span style=\"color: #990000;\">1902<\/span> wurde das Dorf dem neu eingerichteten Bezirksamt St. Ingbert zugeteilt. <span style=\"color: #990000;\">1907\/8<\/span> erhielt es eine Wasserleitung.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Jahren <span style=\"color: #990000;\">1911\/13<\/span> baute man die Klein- und Stra\u00dfenbahn. Eschringen erhielt das Depot.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg (1914-1918) und dem Sturz der Herrscherthrone geh\u00f6rte das Dorf von <span style=\"color: #990000;\">1920<\/span> bis 1935 zum &#8222;Saargebiet&#8220;, das der V\u00f6lkerbund verwaltete. 1920 z\u00e4hlte man 696 Einwohner. <span style=\"color: #990000;\">1922<\/span> erhielten die Eschringer elektrisches Licht, <span style=\"color: #990000;\">1926<\/span> legte die Gemeinde den jetzigen Friedhof an, in den Jahren <span style=\"color: #990000;\">1928<\/span> bis 1930 baute man die kath. Pfarrkirche St. Laurentius. Eschringen wurde Expositur mit einem eigenen Geistlichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz Hitler entschieden sich <span style=\"color: #990000;\">1935<\/span> auch die meisten Eschringer f\u00fcr die R\u00fcckkehr nach Deutschland. Dann mussten die bitteren Kriegsjahre von <span style=\"color: #990000;\">1939<\/span> bis 1945 mit zweimaliger Evakuierung durchlitten werden. Viele Todesopfer waren zu beklagen, gro\u00dfe Verm\u00f6gensverluste und Geb\u00e4udesch\u00e4den hinzunehmen. Es folgten die schweren Aufbaujahre unter amerikanischer, dann franz\u00f6sischer Besatzung, danach die Zeit des &#8222;autonomen&#8220;, d.h. von Deutschland losgel\u00f6sten und wirtschaftlich an Frankreich angeschlossenen Saarlandes. <span style=\"color: #990000;\">1953\/54<\/span> baute die Gemeinde eine neue Schule mit vier S\u00e4len.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Referendum \u00fcber das Europ\u00e4ische Saarstatut i.J. 1955 erfolgte <span style=\"color: #990000;\">1957<\/span> die politische R\u00fcckgliederung in die Bundesrepublik Deutschland. <span style=\"color: #990000;\">1958<\/span> erlangte Eschringen seine Selbst\u00e4ndigkeit als Gemeinde wieder zur\u00fcck. Im selben Jahr begann man mit der &#8222;Siedlung Halberg&#8220;.<span style=\"color: #990000;\"> 1960<\/span> wurde die kath. Kirchengemeinde selbst\u00e4ndige Pfarrei. Am 1. Januar 1969 z\u00e4hlte das Dorf 1518 Einwohner. Die H\u00e4userzahl hatte sich von 190 i.J. 1958 auf 305 vermehrt. Zur Finanzierung der Sport- und Kulturhalle verkaufte die Gemeinde ihr Land im &#8222;Allmend&#8220;. Die saarl\u00e4ndische Gebiets- und Verwaltungsreform machte Eschringen am 1. Januar <span style=\"color: #990000;\">1974<\/span> zu einem Stadtteil der saarl\u00e4ndischen Landeshauptstadt Saarbr\u00fccken.<br>Zeittafel<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Seit der \u00e4lteren Eisenzeit (<b> 750 &#8211; 450 v. Ch.<\/b> ) Siedlungsspuren auf den Eschringer Fluren; keltische Siedlung auf dem Ransbacher Berg ( <b>450 &#8211; 50 v. Ch<\/b>. )<\/li><li><b><a href=\"http:\/\/eschringen.de\/wordpress\/geschichte\/zeittafel\/die-roemer-in-eschringen\/\">Die R\u00f6mer in Eschringen<\/a>,<\/b> r\u00f6misches Bauerngeh\u00f6ft ( &#8222;villa rustica&#8220;)<\/li><li>im <strong>5.\/6. Jahrhundert<\/strong> Gr\u00fcndung einer fr\u00e4nkischen Siedlung unterhalb der heutigen Laurentiuskapelle durch den Edlen Askarich<\/li><li><a href=\"http:\/\/eschringen.de\/wordpress\/geschichte\/zeittafel\/die-erste-urkundliche-erwaehnung-von-eschringen\/\"><b>893<\/b><\/a> erste urkundliche Erw\u00e4hnung (&#8222;in villa eskirichingos&#8220;)<\/li><li><a href=\"http:\/\/eschringen.de\/wordpress\/geschichte\/zeittafel\/ersterwaehnung-von-kapelle-und-muehle\/\"><b>1291<\/b><\/a> Ersterw\u00e4hnung von Kapelle und M\u00fchle<\/li><li><a href=\"http:\/\/eschringen.de\/wordpress\/geschichte\/zeittafel\/teilnahme-von-eschringern-im-bauernkrieg\/\"><b>1525<\/b><\/a> Teilnahme von Eschringern im Bauernkrieg<\/li><li><a href=\"http:\/\/eschringen.de\/wordpress\/geschichte\/zeittafel\/aelteste-bekannte-karthographische-darstellung-eschringens\/\"><b>1564<\/b><\/a> \u00c4lteste bekannte karthographische Darstellung Eschringens<\/li><li><a href=\"http:\/\/eschringen.de\/wordpress\/geschichte\/zeittafel\/verwuestung-des-dorfes-30jaehriger-krieg\/\"><b>1635<\/b><\/a> Verw\u00fcstung des Dorfes (30j\u00e4hriger Krieg)<\/li><li><a href=\"http:\/\/eschringen.de\/wordpress\/geschichte\/zeittafel\/generalrenovatur-im-sich-wiederbesiedelnden-dorf\/\"><b>1699<\/b><\/a> Generalrenovatur im sich wiederbesiedelnden Dorf<\/li><li><a href=\"http:\/\/eschringen.de\/wordpress\/geschichte\/zeittafel\/empfang-der-franzoesischen-revolutionstruppen\/\"><b>1793<\/b><\/a> franz\u00f6sische Revolutionstruppen werden begeistert empfangen<\/li><li>Karte aus dem Jahre <b>1802 <\/b>:<\/li><\/ul>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"488\" height=\"516\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/eschringen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/map2.jpg?resize=488%2C516&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-3755\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/eschringen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/map2.jpg?w=488&amp;ssl=1 488w, https:\/\/i0.wp.com\/eschringen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/map2.jpg?resize=284%2C300&amp;ssl=1 284w\" sizes=\"auto, (max-width: 488px) 100vw, 488px\" \/><figcaption>Karte aus dem Jahre 1802<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><b>1816<\/b> nach der &#8222;Franzosenzeit&#8220; kommt Eschringen zur bayerischen Pfalz<\/li><li><b>1863<\/b> Bau der neuen Landstra\u00dfe in Richtung Fechingen<\/li><li><b>1913<\/b> Anbindung an die Klein &#8211; und Stra\u00dfenbahnlinie Brebach &#8211; Ensheim\/Ormesheim<\/li><li><b>1935<\/b> Beendigung der Zugeh\u00f6rigkeit zu Bayern, die seit dem Jahre 1920 geruht hatte<\/li><li><a href=\"http:\/\/eschringen.de\/wordpress\/geschichte\/zeittafel\/eschringer-kriegsjahre\/\"><b>1936-45<\/b><\/a> nationalsozialistische Diktatur; mehrfache Evakuierung und betr\u00e4chtliche Personen- und Sachsch\u00e4den w\u00e4hrend des 2. Weltkrieges<\/li><li><b>1958<\/b> nach 158j\u00e4hriger Zugeh\u00f6rigkeit zur B\u00fcrgermeisterei Ensheim wird Eschringen wieder selbst\u00e4ndige Gemeinde<\/li><li><b>1974<\/b> durch das Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden Umwandlung in Stadtteil der Landeshauptstadt Saarbr\u00fccken<\/li><li><b>1993<\/b> gro\u00dfe 1100-Jahrfeier mit historischem Festumzug<\/li><li><a href=\"http:\/\/eschringen.de\/wordpress\/geschichte\/archiv\/11-07-04-nachlese-zur-1111-jahrfeier-auf-dem-festplatz\/\"><b>2004<\/b><\/a> historisches Fest zur 1111-Jahrfeier auf dem Festplatz<\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Chronik von Heinrich Moog Der Saarbr\u00fccker Stadtteil Eschringen z\u00e4hlt zu den \u00e4ltesten Siedlungen des Saarlandes. 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